Liebe VG-Freundinnen und VG-Freunde, Freundinnen und Freunde der konkreten Kunst und der VG-Tagesfahrten!
Wollen Sie dabei sein, wenn wir am Freitag, den 24. April 2026 zu einem Besuch der Ludwigkirche in Ibbenbüren aufbrechen?
Wir wollen die Ludwigkirche und ein Kunstobjekt im Caritas Altenwohnhaus in Ibbenbüren besuchen. Zum Ausklang des Nachmittags wollen wir das Café Famano besuchen.
Der Besuch in Ibbenbüren soll über eine individuelle Anreise erfolgen.
50 Jahre „Gerundetes Rot“ oder: die Geschichte, wie ein einzigartiges Kirchenkunstwerk ein Gemeindeleben prägt.
1971 wurde die in den 1950er Jahren erbaute Landkirche ‚St. Ludwig‘ in Ibbenbüren mit dem sogenannten ‚Roten Punkt‘ radikal verändert und neu geweiht.
Möglich wurde dies als Initiative des damaligen charismatischen Gemeindepfarrers zur Umsetzung der Lockerungen des zweiten Vatikanischen Konzils zur Gottesdienstgestaltung. Zusammen mit einem ambitionierten Kirchenarchitekten und dem abstrakten Künstler Rupprecht Geiger wurde dieses möglich gemacht.
Der von Geiger als ‚Gerundetes Rot‘ bezeichnete, mit einem Durchmesser von 6 Meter imposante rote Kreis auf der Altarwand prägt den neutral gehaltenen Kirchenraum mit seiner symbolischen Botschaft umfassend ‚ Auferstehung, göttliches Licht und pulsierende
Energie ‚. Der intensive rote Farbton wird als Ausdruck von Leben, Liebe und Kraft interpretiert, der den sakralen Raum durchdringt‘ (Atelier Geiger).
Aufführung VHS OS -THEATER April 2025
Natürlich blieb dies nicht ohne Wirkung auf die Gemeinde und weitere Öffentlichkeit – trotz eines begleitenden Dialogprozesses bedurfte es der ganzen Autorität des Pfarrers mit dem couragierten Gemeinderat, die Grabenkämpfe der „Bewahrer“ zu überstehen.
Damit einher geht ein ganz besonderer Umgang mit diesem heute denkmalgeschützten Kunstwerk. Der 1996 nach 25 Jahren anfänglich per heimischem Malermeister angedachte ‚Neuanstrich‘ gestaltete sich als intensiver Diskussionsprozess mit dem Urheber.
Das heute noch ablesbare Ergebnis der zu ‚Pink‘ veränderten Farbigkeit, wie aber auch die konkrete handwerkliche Umsetzung wurde letztlich von dem damalig fast 90-jährigen Künstler höchstpersönlich auf dem Gerüst mit eigenem Maler und vor allem eigens produzierter Farbe ausgeführt.
Das laufende Modellprojekt ‚Offene Kirche‘ ist gewissermaßen eine weitere Umgestaltung des Kirchenraums. Um neben der Messe verschiedenste Veranstaltungen zu ermöglichen, wurde der gesamte Innenraum freigestellt, und so können wir an unserem Besuchstag auch die GAIA-Ausstellung, aus der Bergkirche in Osnabrück stammend, bewundern.
Analog zu einem Vortrag von Julia Geiger, der Enkelin des Künstlers im letzten Jahr, wird Raphael Völler versuchen, ein knappes Bild Rupprecht Geigers, seiner Ziele, seiner Arbeitsweise, seiner Lehrtätigkeit als Professor in München und seine Bedeutung als einer der bekanntesten konkreten Künstler Deutschlands anhand exemplarischer Werke nachzuzeichnen.
Erläuterung zu den Fenstermotiven, Beginn des Rundgangs am Altar links
1) Schöpfung: Unsere Erde, Teil des Kosmos
2) Sintflut: ein Bild für Überleben, Neuanfang
3) Turmbau zu Babel: Turm, der aus der Mitte gerückt ist – seine Statik trägt nicht
4) Pfingsten: sich öffnende Menschen
5) Jakobs Kampf: Der Mensch ringt mit seinem Schatten – die helle mit der dunklen Seite
6) Exodus: gesprengte Ketten
7) Weihnachten: Rose
8) Jona: Jona im Bauch des Fisches
9) Hochzeit zu Kanaa: Menschen beim Hochzeitsmahl
10) Der verlorene Sohn – Der gute Vater: zwei Menschen, die sich die Hände reichen
11) Passion: Dornenkrone
12) Ostern: Menschen auf dem Weg
Die Rosette: Das neue Jerusalem
Das Fenster im Chorraum war bereits 1971 von Bodo Schramm gestaltet worden mit der Vorgabe, das Licht ungefärbt auf den „Roten Punkt“ fallen zu lassen.
Weitere Informationen im Internet: www.katholisch-ibb.de
auswählen: Kirche + Räume und dann St. Ludwig
Hier der Reiseplan:
14:20 Uhr Treff an der Kirche St. Ludwig in Ibbenbüren, Groner Allee 50
14:30 Uhr Beginn der Besichtigung mit Führung durch Raphael Völler
16:00 Uhr Fahrt zum Caritas Altenwohnhaus, Synagogenstr. 10
16:15 Uhr Besichtigung des Teppichs, entworfen von Rupprecht Geiger
16:30 Uhr Gang zum Café Famano
16:40 Uhr Besuch des Cafés Famano der Ledder Werkstätten, Bahnhofstr. 18
17:30 Uhr – 18:00 Uhr Rückfahrt nach Osnabrück bzw. in die Heimatorte
Wir bitten um Teilnahmemeldung bis zum Montag, den 20. April 2026 bei Wilhelm Rethmann,Telefon 0541 430698 oder eMail rethmann@osnanet.de
Teilen Sie bitte in Ihrer Anmeldung unbedingt eine Telefonnummer mit, damit
eventuelle Mitfahrmöglichkeiten besprochen werden können (eine Teilnehmer:innen-Liste wird am Dienstag, den 21.04.2026 per eMail verteilt).
Für den Besuch ist eine Spende in Höhe von 50,00 Euro vorgesehen. Die VG-Pauschale beträgt 5,00 EUR pro Person. Bitte beachten Sie: wenn Sie mit uns fahren, tun Sie dieses auf eigenen Wunsch und auf eigene Gefahr.
Wilhelm Rethmann Bert Karrasch Dr. Hans Peterse
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